Wir über uns
Spiele gegen den Erzrivalen sind für jeden Fan, egal ob Kutte,Ultra oder Hool das Größte. Am 30.03.2002 fand solch eines statt. Bayer Leverkusen (Am.) vs. KFC Uerdingen, Ulrich-Haberland-Stadion, Regionalliga Nord. Das Große daran ist, dass es kein normales Spiel ist, man könnte es in Uerdingen niemandem aus dem Kopf schlagen, diese Wut, dieses Unverständnis, diesen Hass. An jenem Samstag reisten wir mit einem 2:1-Sieg nach Krefeld, es ist nichts passiert, trotzdem feierten wir. Klar, wir siegten gegen unseren Erzrivalen. Dennoch feierten wir erstmals anders, die Blue Red Army (BRA) feierte.

Vier Tage zuvor wagte man einen einfachen Schritt, man gründete einen eigenen Fanclub. Wenn man heute zurückblickt, kann man sagen, dass dieser einfache Schritt von vielen Schwierigkeiten begleitet werden sollte. Aber das ist auch gut so, es prägt. Streit und unterschiedliche Ansichten vom aktiven Fanleben und Loyalität zum Verein führten dazu, dass man sich von den damaligen Uerdinger Jungz (UJZ) trennte, um seine eigenen Ansichten und Visionen zu verwirklichen. Vier Tage vor jenem Spiel, es war der 26.03.2002, wurde die BRA gegründet. Es war keine Idee aus dem Suff ,keine verlorene Wette oder was auch immer, nein. Hingabe, Sympathie und Tatendrang kann man zu den Gründen zählen.

Da waren sie nun, acht junge, motivierte Männer. Mit Sicherheit wurden wir anfangs bloß belächelt, aber dies brachte uns von nichts ab. Im Gegenteil, wir fügten uns sehr schnell in die aktive Fanszene ein, knüpften Kontakte oder pflegten bereits vorhandene. Damals schauten wir noch häufig zu den Ultras auf, die im Jahr unserer Gründung ein Durchschnittsalter von Mitte Zwanzig aufwiesen. Von außen betrachtet sind es die Ultras gewesen, die unsere aktive Fanszene leiteten und bündelten. Daher verstanden wir es, uns mitunter auch nach ihnen zu richten. Mitglieder von uns traten den Ultras bei, wollten sich in diese Gruppe einfügen, die Szene mittragen. Nach wachsender Quantität, doch leider sinkenden Qualität traten die ersten von uns allerdings wieder aus. Was hier schief lief, schadete irgendwo auch der BRA.Man erkannte, dass nicht alle von uns mitziehen konnten, man musste sich von Gründungsmitgliedern trennen. Die privaten Kontakte bestehen heute trotzdem noch.

Im Jahr 2007 feiern wir unser 5-jähriges Jubiläum mit neun Mitgliedern. Es wird längst nicht jeder aufgenommen, es langt bei weitem nicht bloß einfach zur Gruppe zu passen. Uerdingen ist nicht bloß Grotenburg, Uerdingen ist nicht bloß Sonntag Nachmittags 90 Minuten Fussball, Uerdingen ist ein Leben. Wer das nicht begreift, ist bei uns falsch. Mit wem wir privat nichts anfangen können, ebenso. Man hat sich halt gefunden und kann sagen, "es passt!" Unsere einstigen Gründe für die Gründung eines eigenen Fanclubs haben uns die letzten Jahre mitbegleitet und sind ebenso wie wir gewachsen. Hingabe führte zu Liebe, aus Sympathie entwickelte sich Freundschaft, aus Tatendrang wuchs Verpflichtung.

Blue Red Army 2002-2007